Region um Viernau

"Im Bergestal romantisch bunt, im wunderschönen Kanzlersgrund..." heißt es in einem Lied, das besonders in Oberschönau zu frohen Anlässen gesungen wird. Vom Grenzadler, vorbei an Rodelbahn, Biathlonstadion und den Schanzen kommt man in den Kanzlersgrund, der wirklich eines der schönsten Täler des Thüringer Waldes ist. Am Schützenberg entspringt die Hasel, die anfangs eilig zu Tale rinnt, um dann in behäbigen Schleifen schließlich bei Ellingshausen in der Werra aufzugehen. Dort übrigens heißt sie wieder so wie an ihrer Quelle, zwischendurch aber hat sie die Namen Schönau und Schwarza angenommen - welcher Fluß wechselt schon dreimal seinen Namen... Zahlreiche Wässer, die aus engen Schluchten herabstürzen, nimmt die Hasel/Schönau/Schwarza in ihrem Laufe auf, wie Kohlen- und Finsterbach, Hellen- und Dörmbach, Moosbach und Steinbecher. Wer ihre Läufe hinaufwandert auf die Höhen, erlebt eine facettenreiche Berglandschaft mit ständig wechselndem Charakter. Hier ist ein Paradies zum Herumstreifen und Entecken, für das man sich Zeit nehmen sollte. Im klassischen Kanzlersgrund ragt der 866 m hohe Kegel des Ruppberges auf, ihm gegenüber türmt sich der Hohe Stein über dem Tal. Etwas verborgen hinter Talwänden stehen Finkenstein und die "Zwölf Apostel", alles Felsen zum Kaxeln und Schauen. Wie Perlen reihen sich die Orte am Flüsschen, so die staatlich anerkannten Erholungsorte Oberschönau und Steinbach-Hallenberg sowie Unterschönau und Viernau. Rotterode, Altersbach, Bermbach und Springstille zählt man noch zum Tal, obwohl sie nicht an der Hasel liegt. Bei Steinbach-Hallenberg verlässt die Hasel das enge Bergtal, um nun im breiten Talgrund hinzuziehen.
Oberschönau passiert das Flüsschen nach seinem Ursprung als ersten Ort, der umrahmt ist von herrlichen Bergen wie Donnershauk (898 m), Hermannsberg (868 m) und Hoher Möst (887 m), Hier sind herrliche Areale zum Wandern und Skilaufen. Unterschönau folgt in der Reihe und dann Steinbach-Hallenberg, das Herges-Hallenberg als Ortsteil eingemeindet hat, ehe Viernau folgt. In den winzigen Schmieden von Ober- und Unterschönau, Steinbach-Hallenberg und Rotterode hat es vor Jahrzehnten noch von früh bis spät von Hammer und Amboss widergehallt. Hier war die Heimat der Nagelschmiede und Zangenmacher. Und in den umliegenden Bergen grub man nach Erz, um es in kleinen Öfen zu verhütten. Burg- und Schützenfest sowie das Bermbacher Meilerfest ergänzen die Festfolge im Haseltal, in dem Gesang und Frohsinn zu Hause sind. Kirmes gefeiert wird auch in den anderen Orten - schon eine nach der anderen, so dass man keine zu versäumen braucht. Dabei wird traditionell deftig und herzhaft in diesem Tale gegessen und getrunken; viele der überlieferten Gerichte werden heute noch zelebriert, und die meisten davon sind in anderen Bundesländern völlig unbekannt; wer weiß schon, wie Zammete, Gefülltes oder Sülzesuppe schmecken? Als Wahrzeichen steht über dem Tale die alte Ruine Hallenburg, von der man einen schönen Blick in die Umgebung hat.

 


Wenn man den Inhalt der Ortschronik von 1933 vertrauen darf, wurde Viernau 1274 das erste Mal urkundlich im Zusammenhang mit der Cent Benshausen erwähnt. Die Ansiedlung nahm eine dörfliche Entwicklung in deren Zentrum im Mittelalter eine große Schäferei stand. Dieser landwirtschaftliche Zweig war gleichzeitig die Grundlage für das Weberhandwerk. Viernau verfügte über 3 Mühlen, wovon heute noch die Platzmühle und die Rasenmühle in Betrieb sind. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie 1893 nahm die metallverarbeitende Industrie einen großen Aufschwung. Die Heimarbeit (Drechseln und Weben) ging somit zu Ende.

 


Viernau - Die Heimat der Schwäbleinīs