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Die Menschen wurden lange Zeit nur mit ihrem Vornamen bezeichnet. Wie sollte man da die zahlreichen Johanns, Heinrichs, Katharinas und Annas auseinanderhalten? So kam manchmal ein Beiname hinzu: Karl der Große, Johann der Blinde, Giselher der Obstbauer... Um 1200, 1300 entwickelte sich eine Zweinamigkeit (Dietmar der Friese), und noch später die Familiennamen. Sie liegen erst dann vor, wenn der Beiname einer Person auf deren Nachkommen vererbt wird. Geschwister tragen nun denselben Namen (Herman und Joseph genant Keyser), der inhaltlich nicht zu der betreffenden Person passen muss: so hat Thewes Einarm sehr wohl 2 Arme, Herman Pfannensmit stellt Seile her.
Die Familiennamen hatten lange Zeit nur eine relative Festigkeit und haben oft bei einer Familie gewechselt. Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks, nannte sich nach dem Haus seiner Mutter zu Gutenberg. Eigentlich hieß er Henne Gensfleisch. Petrus Greis (*14.2.1725), heiratete Johanna Meyers in Marnach. Er hieß seit 1749 Petrus Marnach.
Die Familiennamen entwickelten sich zuerst in den Städten, später erst auf dem Lande. Sie sind gut geeignet, die Zusammenhänge einer Familie deutlich zu machen, Erst gegen 1400 wurden sie behördlich vorgeschrieben. (nach dtv-Atlas Namenkunde)
Zwar führten die Kirchen seit etwa 500 Jahren Personenstandsregister, in denen zumindest Taufen und Eheschließungen vermerkt wurden. Durch Kriege, vor allem durch den 30jährigen Krieg (1618-1648), den 1. Weltkrieg (1914-1918), den 2.Weltkrieg (1939-1945) wurden viele Register der Kirchengemeinden zerstört.
Ebenso vernichteten Brände, Plünderungen und Vandalismus von Marodeuren viele Dokumente.
Pfarrer im Ort nahmen oft diesen Ortsnamen als Familiennamen an, weil sie wegen des Zölibats keine eigene Familie gründeten und deshalb kein Interesse am Fortbestand ihres eigenen Familiennamens hatten.
In anderen Orten hat eher der Name des Hauses Bestand als der persönliche Name. Meist ist es der Name des Erbauers oder der ersten Bewohner (Robbesscheier in Munz bedeutet die Scheuer oder Scheune des Robbes - Kaalbesch in Holler - Schiewesch in Binsfeld).
Niemand hatte in alter Zeit einen Sinn dafür, woher sein Name kam. Die Schreibung des Namens gibt es oft in vielen Varianten, entsprechend der Sprach- und Lautentwicklung und der unverbindlichen Rechtschreibung: Pitscheitz, Putscheid, Butscheid, Bittscheidt. Viele mussten aus Erwerbsgründen ihren Heimatort verlassen und verloren jeden Kontakt zum Ort und zur Familie
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