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Am 18. Mai 1703 zogen die 3.800 Mann starken französichen Besatzungstruppen aus Bonn ab, ließen aber Waffen, Munition und Proviant zurück. Den Franzosen folgten holländische Truppen unter deren Herrschaft die Stadt 12 Jahre lang zu leiden hatte. Erst mit den Friedensverträgen von Utreccht gingen dér spanische Erbfolgekrieg und die Besatzung der Niederländer zu Ende. Doch bevor die Besatzer die Stadt endgültig verließen, wurde 1715 die Festung Bonn von den holländischen Truppen geschleift. Feierlich kehrte am 25.12.1715 der Kurfürst Josef Clemens aus dem französichen Exil zurück und wurde wieder in sein Amt eingeführt. Mit dem folgenden 18. Jh., einer Zeit des Friedens ist untrennbar auch der Name des verschwenderischen Kurfürsten Clemens August (1723 - 1761) verknüpft. Der letzte Kurfürst aus dem Hause der Wittelsbacher ließ das Schloß Brühl errichten und verband es durch eine breite Allee mit dem südlich gelegenen Poppelsdorfer Schloss. Auch die Weiterführung der Baumaßnahmen der kurfürstlichen Residenz und deren axiale Verbindung mit dem Poppelsdorfer Schloss waren sein Verdienst. Clemens August hatte zudem Anteil an mehreren Kirchbauten, unter anderen an der Errichtung der "Heiligen Stiege" an der Kreuzbergkirche nach dem Vorbild in Rom. Ebenso gab er 1737 den Auftrag für den Bau des Rathauses. Seine Pläne einer repräsentativen, aber auch verspielten landschaftlichen Gliederung prägen noch heute das Bonner Stadtbild. Clemens August, der verschwenderische Gestalter und der glänzende Rokokofürst, war bei den Bonner Bürgern sehr beliebt, denn in der Residenzstadt entfaltete sich höfischer Glanz und bügerlicher Wohlstand. Unter Clemens August erlebte Bonn eine Zeit als Kurfürstenmittelpunkt. Theater, musikalische Darbietungen, pompöse Bälle, Empfänge und Feste aller Art brachten Abwechslung in den höfischen Alltag. Als der Kurfürst 1761 plötzlich verstab, brachte das ein jähes Ende der Glanzzeit der kurfürstlichen zeit in Bonn. Als Nachfolger kam der eher umsichtige und sparsame Max Friedrich an die Macht. Unter ihm erfuhr der Kurstaat Reformen zur Verbesserung der finanziellen Lage, beispielsweise kürzte er zunächst einmal die Gehälter am Hofe. Doch auch die Bonner Bürger mussten unter seiner Regentschaft den Gürtel enger schnallen. Max Friedrich war dem Zeitgeist der Aufklärung der verbunden. Es gelang ihm, die Wirtschaft wieder anzukurbeln und Kurköln aus der Abhängigkeit Frankreichs zu lösen. Nach dem Tod von Max Friedrich im Jahre 1784 besieg Max Franz (1784 - 1794), der jüngste Sohn von Maria Theresia von Österreich, den Kurstuhl. Auch er unterstütze die Ideen der Aufklärung. Von einem Zeitgenossen wurde er als " einer der aufgeklärtesten Fürsten" bezeichnet. Das aufklärerische Gedankengut trug auch zur Erhebung der von Clemens August eingerichteten Akademie zur Universität im Jahre 1786 bei. Bad Godesberg verdankt dem Kurfürsten den Aufstieg zum Kur- und Badeort; denn Max Franz erwarb den Godesberger Mineralbrunnen und ließ die Redoute erbauen. Theater und vor allem die Musik wurden unter seiner Regentschaft sehr gepflegt. Er galt insgesamt als volkstümlicher Kurfürst, da er sich oft ohne besondere Etikette in einfachen Kleidern in den Straßen von Bonn zeigte. Französiches Zwischenspiel Im Jahre 1794 musste Max Franz vor den herannahenden französichen Revolutionstruppen aus Bonn flüchten. Die Franzosen besetzten die Rheinlande, womit das Ende des Kurstaates nahte. Unter der französichen Besatzung hatte die Bonner Bevölkerung sehr zu leiden. Die Stadt wurde heruntergewirtschaftet, Wälder wurden rücksichtslos abgeholzt, zusätzliche Steuern und Zölle mussten gezahlt werden, und die Universität wurde geschlossen. 1798 wurde der linksrheinische Raum französisches Staatsgebiet. Bonn gehörte nun zum Departement (franz. "Bezirk") Rhein-Mosel (Département de Rhine et Moselle) und musste den Status einer Residenzstadt gegen den Sitz einer bedeutungslosen Unterpräfektur eintauschen. Die französiche Neuordnung der Verwaltung, die später teilweise von den Preußen übernommen wurde, brachte die Säkularisation der geistlichen Besitztümer mit sich. Dadurch wurden viele Klöster aufgehoben und Pfarreien neu eingelöst. Auch das Cassiusstift wurde säkuliert und das Münster zur Pfarrkirche erklärt. Bei seinem Besuch 1804 und 1811 betrachtete Napoleon Bonn mit den Augen eines Feldherrn und zog den Schluss, dass die Stadt als Festung nicht geeignet sei.
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