Familie Bittscheidt


Woher kommen wir Bittscheidt´s

Eltern oder Großeltern des Joannes Jacobus Bittscheidt gestorben am 17. August 1760 in Skt. Remigius zu Bonn - ältester bekannter Bittscheidt - stammen wohl aus dem Ort Pitscheid (Eifel) ab. Leider stellte sich bei einem Besuch bei dem Stadtarchivar der Gemeinde Bonn heraus, das sowohl die Kirche Skt. Remigius als auch weitere Kirchenbuch-Eintragungen nicht mehr vorhanden sind.

Übrigens : Ludwig van Beethoven wurde am 17. Dezember 1770 in der katholischen Pfarrkirche St. Remigius getauft. Sein genaues Geburtsdatum steht nicht fest*. Es mag der 15. oder 16. Dezember gewesen sein. Zu dieser Zeit wohnten die Beethovens in einer Mansardenwohnung in der Bonngasse**.


Man kann davon ausgehen, daß Joannes Jacobus oder dessen Vorfahren nach Bonn zugewandert sind. Höchstwahrscheinlich von dem Eifelhof “Butscheidt” bei der Gemeinde Wershofen – Ohlenhardt, jetzt Gemeinde Hümmel. Es gibt noch Familien mit dem Namen Butscheidt, deren Ahnenforschung jedoch noch nicht abgeschlossen ist. Die Änderung der Schreibweise unseres Nachnamens ist nicht ungewöhnlich. So gibt es Putscheitz, Pitscheid, Butscheidt, etc.

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Denkbar wäre, daß der Joannes Jacobus Bittscheidt in der Zeit um 1730 den Hof Butscheidt bei Wershofen verließ um sein Glück im Nahen Bonn zu finden. Zur Registrierung wurde bei der Namensfrage oft einfach der Ort als Nachnamen gewählt. Nach dem Motto „ich komme vom Hof Budscheid“ und hieß fort an Puttscheidt o.ä., obwohl er anderslautend hieß.

Wershofener Land um 1800 (Rekonstruktion der damaligen Verhältnisse)
Links auf der Karte unterhalb von Ohlenhard der Budscheider Hof 1)
Oben der Ort Pitscheid mit Pitscheider Mühle 2)
Westlich von Wershofen Butscheids Boden und Seifen mit Gebäuderesten des Hof Butscheid 3)
Nordwestlich vom Schloß Aremberg 4) findet man ab 1785 den Oberen und Unteren Breitscheider Hof 5)
Höchstwahrscheinlich stammen wir eher von dem Hof Butscheid bei Wershofen ab. Dort finden wir Butscheids Boden und Butscheids Seifen 3). Ein klägliches Fleckchen Land – zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben – wie man aus Abgabentafeln ersehen kann

Butscheids Boden

war eines der drei Arenbergischen Pachtgüter zu Wershofen, die zumindest seit dem 16. Jahrhundert keine vollständigen Höfe mit Haus und Grund waren. Die örtliche Überlieferung will wissen, dass es einst auch ein Hofhaus auf Butscheid gegeben habe, dessen Überreste ein noch vorhandener Steinhaufen sein soll. Sollte das zutreffen, so müssten fast sowohl Butscheids Boden als auch Butscheids Seiffen und Linderheid dazu gehört haben, den weder eines noch zwei der Güter hätten für ein eigenständiges Anwesen die ausreichende Fläche gehabt. Das Pachtgut begegnet uns zuerst als Puitzscheitz Boedem zo Wershoeue im Arenbergischen Erbpacht-, Zins- und Schatzregister von 1548 (AAE Akte D2594). Die bescheiden Pacht lässt auf einen geringen Umfang der Länder schließen. Das wird durch die Messung von 1566 bestätigt (Rainer Justen 600 Jahre Wershofen Seite 213). Der Ahrmuths Beendt – Pächter um 1566 - ist vielleicht die in dem Register von 1548 erwähnte wiese in der Armoidt, von der 4 sub (wohl der Maßeinheit Faß entsprechend, 10 sub waren 1 Malter) Korn kamen. Angesichts dieser Angaben überrascht die Verpachtung des Hoff und Gut genannt Putscheitz Bodten im Werßhover kirspell gelegen vom 8. September 1578 mit ihrer gegenüber 1548 unerwartet hohen Pacht. Pächter waren Krins Johans zu Werßhoven und seine Ehefrau Barbara. Daß die Haferpacht außergewöhnlich stark zugenommen hat, gibt Anlaß zu der Annahme, dass zu der 1566 genannten Ahrmuths beend weitere Grundstücke hinzugekommen waren. Weitere Nachrichten aus dem 16. und 17. Jahrhundert liegen nicht vor. Eine Verpachtung ist erst wieder 1718 bezeugt.

Hier könnte der Ansatz in Verbindung mit unserem Vorahnen Joannes Jacobus liegen, wenn man die Theorie vertritt, dass dessen Familie den armen Hof aufgab und Landflucht nach Bonn vollzog.

Landschreiber Stoll – Pächter um 1718 - dürfte das Land von Buttscheitz Boden kaum von Arenberg aus bewirtschaftet haben. Wahrscheinlicher ist, dass er ihn stückweise an Bauern aus Wershofen weiterverpachtete. Als Pächter folgte ihm 1731 Christophel Jackelen, danach 1742 Joseph Jacklen. Auch wenn die Schreibweise des Namens sich beim nächsten Pächter Johannes Jaquelet änderte, blieb der Hof weiterhin bei der Familie Jacklen.

Die Landmaß von 1765 erfaßte auch Budtscheidts Bodem im Werschovener gemein bezirck gelegen.

Von dem 1566 erwähnten Hofrecht in Wershofen war inzwischen nur noch der Pesch genannt. Dafür dürfte die Fuchßwieß in der Dreisbach das Wiesenland gewesen sein, das zwischen 1566 und 1578 mit dem Anwesen vereinigt wurde. Die Vermutung liegt nahe, dass der jeweilige Pächter von Butscheids Boden auch die Ölmühle am Armutsbach, Daubiansmühle genannt, betrieb. Die Mühle selbst war sein freies Eigentum und somit pachtfrei.

Die nächste und auch letzte belegte Verpachtung des Anwesens erfolgte am 9. April 1768. Diesmal pachteten mehrere Bauern gemeinsam das Anwesen. Vincentz Jackelen und Jakob Müller bewirtschafteten je ¼ , Balthasar Jackelen, Paul Corden sowie Willem Radts je 1/6 der Fläche.

Butscheidts Seiffen

erscheint zunächst als Puitzscheidtz Siffen zo Wershoeue wie auch Butscheid Boden im Arenberger Register von 1548. Die Getreideabgaben von 2 Malter Korn und 3 Malter Hafer von 1548 waren nicht wesentlich höher als bei Butscheids Boden. Beide Güter müssen annähernd dieselbe Größe gehabt haben. Bei der Gütermessung von 1566 wurde Buttscheit Seiffen mit einer Reihe von Grundstücken zusammengefasst, die als Druitgens Erve bezeichnet wurden (AAE Akte D 1603). Der bei dieser Messung angefertigte Lageplan ist noch vorhanden.

Die erste Verpachtung fand am 28. August 1718 an Wolder Brabender aus Kerpen statt. Der Pächter hielt also gleichzeitig den Wershofener Herrhof. Es ist durchaus denkbar, dass die Verinigung beider Anwesen in einer Hand auch schon früher bestand. Sie blieb auch bei der nächsten Verpachtung am 13. Oktober 1728 an Joanessen Butscheidt bestehen.

Dieser Joanessen Butscheidt könnte theoretisch die gleiche Person sein wie Joannes Jacobus Pitscheid (AAE Akte D 3581).

1731 wurde erstmals ausdrücklich bestätigt, dass Butscheids Seiffen in den Wershofener Herrenhof eingegliedert war. Bei der Verpachtung der Anwesen an Jacob Nohles am 7. November 1742 wurde nur noch ein e gemeinsame Pachtsumme festgesetzt. Nach dessen Tod 1745 übernahm Balthasar Radermacher die Pacht.